News vom 14.05.2010
Piraten kapern bruchreifes Schiff aus Bulgarien
Im Golf von Aden haben somalische Piraten einen Chemietanker aus Bulgarien in ihre Gewalt gebracht. Damit hatten die somalischen Seeräuber aber richtig Pech, denn das Schiff war auf dem Weg nach Pakistan - hier sollte es verschrottet werden.
Die Piraten brachten das schrottreife Schiff „Panega“ mit 15 Mann Besatzung im international bewachten Korridor in ihre Gewalt, so berichtete es das bulgarische Außenministerium. Den Informationen zufolge befand sich der Tanker auf dem Weg nach Pakistan, wo er als Schrott verkauft werden sollte.
Das ist aber nicht die einzige Nachricht, über Übergriffe von somalischen Piraten. Sie sollen auch einen griechischen Frachter rund 250 Seemeilen östlich der Küste von Oman gekapert haben. Ein Sprecher der EU-Antipiratenmission Atlanta berichtete, dass die 26-köpfige Mannschaft der „MS Eleni P“, die vorwiegend aus philippinischen Seeleuten besteht, unversehrt sei.
Auch der deutsche Chemietanker „Marida Marguerite“ wurde erst vor wenigen Tagen überfallen. Das Schiff war unter der Flagge der Marshall-Inseln unterwegs und fuhr von Indien nach Belgien. Rund 120 Seemeilen von der omanischen Stadt Salalah entfernt wurde es überfallen. Hier sollen sich die Piraten mit einem kleineren Boot genähert und dann Schüsse abgefeuert haben.
Derzeit haben somalische Piraten ca. 300 Seeleute in ihrer Gewalt. Die meisten Schiffe kommen nach der Zahlung eines Lösegelds wieder frei. Seit Ende 2008 patrouillieren internationale Kriegsschiffe im Golf von Aden, um für eine gewisse Sicherheit zu sorgen. Der Golf von Aden ist eine der am stärksten befahrenen Schifffahrtsrouten.



