News vom 17.04.2010
Bulgarien verschiebt Beitritt zur Euro-Zone
Bulgarien verzichtet vorerst auf einen Beitritt zur Euro-Zone. Der Grund: ein viel zu hohes Budgetdefizit in 2009. Durch den Euro-Stabilitätspakt ist ein Budgetdefizit von höchstens drei Prozent des Bruttoinlandprodukts vorgeschrieben. Genau dieses Kriterium erreicht Bulgarien nicht. Finanzminister Simeon Djankow erklärte am gestrigen Freitag, dass das neu berechnete Defizit sich auf 3,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts belaufe und nicht wie früher angenommen auf 1,9 Prozent. Regierungschef Bojko Borissow begründete die Entscheidung so „Wir verzichten vorerst auf den Beitritt zur Euro-Zone, weil wir die Kriterien nicht erfüllen.“ Vor den Medien sagte der Ministerpräsident „Wir verabschieden uns offiziell von dem Plan, dem Wechselkursmechanismus beizutreten, weil es angesichts unseres Defizit anstössig wäre. Tatsächlich haben wir unsere EU-Kollegen angelogen, was unsere Bereitschaft für den Beitritt zur Euro-Zone angeht“, gab Borissow nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters freimütig zu.
Bulgarien wollte ursprünglich zur Mitte des Jahres dem Europäischen Wechselkursmechanismus beitreten und 2013 den Euro einführen.



